Du nimmst nichts mit

Dieser Songtext von Subway to Sally kam mir gerade in den Sinn. Nunmehr gibt es ein weiteres und wohl letztes Kapitel von Monis Geschichte zu erzählen. Am Dienstag war ihr Schwiegersohn da, um die Möbel aus ihrem Zimmer abzuholen. Einige persönliche Dinge hat er da gelassen, und diese haben wir dann am Mittwoch aus ihrem Zimmer entfernt. Hauptsächlich waren es Pflegeutensilien.

Dieser Vorgang ist nicht neu für mich, ich habe schon häufig solche Überbleibsel aus Zimmern von Bewohnern entfernt, die gestorben waren. Trotzdem bewegt es mich immer sehr, zumal ich in diesem Fall die Betreffende doch einige Zeit kannte.

Ich finde es eine seltsame Vorstellung, dass alles, was nach über 50 Jahren auf dieser Welt von einem Leben übrig bleibt, 2 Müllsäcke sind, die man wegwirft.

Wir standen in diesem Bad und haben Lippenstifte, Deo, ja sogar ihre Zähne der Ewigkeit in Form einer Müll-Verbrennungs-Anlage übergeben. Natürlich musste ich auch daran denken, dass eines Tages all meinen persönlichen Dingen das gleiche Schicksal widerfahren wird.

Das Elbchen hatte, als ich ihr davon erzählte (fühl Dich an dieser Stelle gedrückt vin mir ;-) )  einen sehr tröstlichen Gedanken für mich. Sie sagte, dass von einem Menschen ganz andere als materielle Dinge bleiben - nämlich dass, was er hier in dieser Zeit geschaffen hat, die Freude, die er verbreitet hat. Dinge eben, an die man sich erinnert. Und ich denke, sie hat Recht.

So werde ich sie immer in Erinnerung behalten als die Frau, die in ihrem Bademantel zu uns geschlurft kam, um unseren Geschirrspüler auszuräumen, und um mit uns auf der Terasse Kaffee zu trinken und zu rauchen. Mach's gut, Moni.

 Bitte verzeiht mir diese heute recht pathetisch geratenen Zeilen

 

2.10.09 11:54

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