Leiser Abschied



 

Leider sind es im Moment eher wenig unterhaltsame Dinge, die es zu erzählen gibt.

Zwei Patienten haben uns in den letzten Wochen verlassen, derer ich hier leise gedenken möchte.

Zunächst verließ uns Herr K. Er starb nicht bei uns, sondern im Krankenhaus. Ich hatte die Einweisung veranlasst, weil er über starke Nierenschmerzen geklagt hatte. Man stellte dort Nierenversagen fest. Eine Dialyse lehnte er ab - so war es wenige Tage später vorbei.

Bei unserer letzten Unterhaltung hatte er sich einen Prospekt über Schiffsfahrten besorgt, er wollte so gern eine Dampferfahrt mit uns machen. Ich hoffe sehr, dass wir sie trotzdem machen und dabei an diesen liebenswürdigen, humorvollen Menschen denken.

 

Am 11.5. ging Frau S. Das Wochenende zuvor war sie nicht mehr aus dem Bett aufgestanden, ihre Tochter war die ganze Zeit bei uns.

 Frau S. hatte in ihren letzten Wochen oft Schmerzen ud war daher oft unleidlich. Trotzdem mochte ich diese drahtige, kleine Frau aus Riesa. ich höre immer noch ihr "Mir aber nur eine halbe Bömme" beim Frühstück, oder wie sie immer fragte, ob sie sich auch ordentlich genug bedankt habe.

So oft hatte sie in der letzten Zeit darum gebeten, Gott möge sie zu sich holen. Nun hat sie es geschafft. Ich wünsche ihr sehr, dass sie dort angekommen ist.

 

 

18.5.09 13:05

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